Chronik

Die Freiwillige Feuerwehr Herschbach 1893-1993

Inhalt

I.    Geschichte von Herschbach

II.    Brandschutz und Brandbekämpfung vor 1893
1)    Brandschutz in früherer Zeit
2)    Löschwasserversorgung
3)    Die großen Brände von Herschbach

III.    Freiwillige Feuerwehr Herschbach
1)    Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Herschbach
2)    Gründer der freiwilligen Feuerwehr Herschbach
3)    Commandanten und Wehrfüher
4)    Als die Herschbacher den Mond löschen wollten
5)    Freiwillige Feuerwehr Herschbach 1893 – 1945
6)    Freiwillige Feuerwehr Herschbach 1945 -1993
7)    Freiwilliger Feuerwehr Herschbach 1993 - heute

 


GESCHICHTE VON HERSCHBACH

Aus dem dunklen Dunstkreis des Mittelalters wird der Ort Herschbach zum ersten Mal 963 erwähnt. In der Engerser Chronik ist von einem Ort Hergisbach die Rede. Urkundlich wird Herschbach erstmals 1248 erwähnt. Herschbach gehörte 1248 zur Grafschaft Sayn. 1343 und 1353 waren die Herren von Isenburg im Besitz Herschbach. 1353 verlieh Kaiser Karl IV Herschbach die Stadtrechte.

Herschbach erhielt Stadtmauern, Wälle und Wassergräben. Die Stadtmauern waren noch bis zum großen Brand 1795 intakt. Danach wurden die Mauern abgerissen und Gräben und Wäller zugeschüttet. Mit den Steinen der Mauern wurden neue Häuser und Straßen gebaut. Die Gräben vor der Mauer konnten von sechs Weihern leicht mit Wasser gefüllt werden. An der oberen Pforte (Obertor) lag der Tränkweiher. Der Mühlenweiher lag dicht daneben und versorgte die Bannmühle mit Wasser. Der Hausweiher umgab die Burg, der Kirchweiher den Burggarten. Mit dem Waagweiher wurden bei Gefahr Hausweiher, Kirchweiher und Gräben gefüllt. Mit dem Gänseweiher wurden die östlichen Gräben geflutet. Weitere Weiher, die von der Burg bewirtschaftet wurden, waren Ihrlichsweiher, Schneidmühlenweiher, Grensweiher, Schafstallweiher, Pfannenweiher, Schlagweiher Hammelsbachweiher  und das Schwartsweyergen.

1343 kam Herschbach zur Kurtrier, 1371 zu Ihsenburg und 1648 wieder zur Kurtrier. 1803 wurde Herschbach Hessen-Nassau zugeordnet. 1819 wurden Verwaltung und Gericht nach Selters verlegt.


II. BRANDSCHUTZ UND BRANDBEKÄMPFUNG VOR 1893

 


1.    Brandschutz in früherer Zeit

In früherer Zeit war der Ausbruch eines Brandes wegen der vielen Fachwerkbauten mit ihren Strohdächern, offenen Feuerstellen und ihrer verschachtelten Bauweise und den primitiven Geräten zur Feuerbekämpfung meist von verheerender Auswirkung. Dass man schon früh diese Gefahren erkannte und auf Abhilfe sann, beweist eine Verordnung vom 22.11.1588 worin der Kurfürst von Trier die Verordnung erließ, die Strohdächer wegen der besonderen Feuergefahr abzuschaffen.

Die kurtrierische Gemeindeverordnung vom Jahre 1742 verpflichtete den Bürgermeister, alle Feuerstätten dreimal im Jahr zu überprüfen. Schon 1721 hatte der Kurfürst von Trier eine Verordnung zur Brandbekämpfung erlassen. Darin verbot er Rauchfänger aus Holz, an deren Stelle Kamine aus Stein treten sollten. Eine weitere Verordnung von 1721 besagte, dass an allen Orten mindestens 6 Brandhaken, Brandleitern und Brandspritzen angeschafft werden mussten. Jeweils zwei Hauseigentümer waren verpflichtet, einen ledernen Brandeimer anzuschaffen. Durch eine Verordnung der kurfürstlichen Regierung von 1738 wurde das Hantieren mit offenem Licht, sowie das Tabakrauchen in Scheunen, Ställen und auf Speichern unter Strafe gestellt, ebenso das Schießen bei Prozessionen, Kirchweihfesten und Hochzeiten.

Die Anordnung der Regierung wurde offenbar schlecht befolgt. Deshalb erließ der Kurfürst 1783 eine eingehende und ausführliche Anordnung für das platte Land. Demnach durften die Häuser nicht zu eng aneinander gebaut werden. Die Backhäuser durften nur in gewisser Entfernung von den Häusern errichtet werden. Die Häuser selbst sollten aus Steinen gebaut und die Dächer mit „Leyen“ oder Ziegeln gedeckt werden. Die Schornsteine waren zu verputzen. Die Fußböden in den Küchen durften nur aus Lehm, Erde oder Steinplatten bestehen. Als eigentliche Ursache für die Brandkatastrophen sah die Obrigkeit die ungeordnete Bauweise der Dörfer an, bei denen durch das dichte Nebeneinanderstehen der Häuser oft kein Platz zum Löschen vorhanden war. Nach der Kurtrierischen Verordnung von 1783 hatten sich alle Frauen und Kinder vom 10. Lebensjahr aufwärts zum Heranschaffen des Wassers zu beteiligen. Die Einwohner wurden durch Läuten der Brandglocke alarmiert. Im Allgemeinen wurden zur Brandbekämpfung lederne Brandeimer, Feuerleitern und Feuerhaken benutzt. Die Eimer wurden aus dem Laufbrunnen, Brandweihern, Stadtgräben sowie an den Bächen gefüllt und von Hand zu Hand weitergereicht. Damit die erforderliche Zahl von Brandeimern immer vorrätig war, musste jeder Bürger einen Brandeimer stiften. Auch jedes Brautpaar hatte bei der Hochzeit einen Eimer abzuliefern, sonst erhielt es keinen Trauschein.

Die Feuerhaken wurden zum Niederreißen der Häuser benutzt, um das Weiterlaufen des Feuers zu verhindern. 1783 ordnete die Regierung an, dass innerhalb eines Monats zwei Brandleitern, zwei Brandhaken und 30 Brandeimer in jeder Gemeinde anzuschaffen waren.

Die Geräte wurden meistens im Schulhaus aufbewahrt. Jede Gemeinde wurde dazu angehalten, eine oder mehrere Handspritzen aus Kupfer oder Blech anzuschaffen. Im Brandfalle sollte mittels Blashörner Lärm gemacht und notfalls die Sturmglocke geläutet werden. Da die Beseitigung der Brandschäden über die Kraft der Betroffenen hinausging, führte die kurtrierische Regierung 1784 die Brandversicherung ein.

Die Gemeinde Herschbach baute um 1820 bereits ein Feuerwehrhaus, in dem alle Löschgeräte untergebracht waren. Neben der Unterbringung der Feuerlöschgeräte war in dem Spritzenhaus auch ein Raum, der als Ortsgefängnis diente, „Das Bollesjen“.


2.    Löschwasserversorgung

Die Löschwasserversorgung war in Herschbach in früherer Zeit immer sehr gut. So gab es den Holzbach, den Altebach, den Saubach und den Mühlenbach. An Brandweihern waren vorhanden: der Mühlenweiher, der Trinkweiher, der Gänseweyer, der Waagweiher, der Haus- oder Burgweiher und der Kirchweiher. Außerdem war rund um die Stadtmauer ein Wassergraben. Auch waren mehrere Brunnen vorhanden. Um 1830 wurde die erste Wasserleitung zum Brunnen am Marktplatz verlegt. Die Leitung führte von der Quelle in Langerlen über den Langerlener Weg, Baumweg, Siegstraße und Hauptstraße zum Marktplatz. Die Leitung bestand aus ca. 5 cm dicken und 2 m langen Rohren aus gebranntem Ton. Der Ton war in ca. 1,5 – 2 cm dicker Schicht auf gerade Holzknüppel von Hand aufgebracht und anschließend gebrannt worden. 1902 wurde die erste Hochdruckwasserleitung verlegt. Ab diesem Zeitpunkt war in Herschbach überall Löschwasser an Hydranten vorhanden. 1920 wurde die Hochdruckleitung um einen weiteren Hochbehälter und mehreren Quellfassungen erweitert. 1963 wurde mit Gründung des Wasserzweckverbandes eine neue Wasserversorgung aufgebaut, die bis heute Herschbach und sieben weitere Orte mit Wasser versorgt.


3.    Die großen Brände von Herschbach

Nachdem Herschbach im Jahre 1353 von Kaiser Karl IV die Stadtrechte verliehen bekam, baute sich Herschbach zur Sicherung und zum Schutz Stadtmauern, Tore, Wälle und Wassergräben. Die Bezeichnungen „Obertor“ und „Untertor“ lassen heute noch erkennen, wie eng es innerhalb dieser Mauern war. Haus war an Haus gebaut, alles war ineinander gebaut, Räume des ersten Stockes lagen über Räumen des Erdgeschosses des Nachbarhauses. So konnte es, bei einer so verschachtelten Bauweise, nicht ausbleiben, dass ausbrechende Brände zu großen Katastrophen führten. Besonders aber die Strohgedeckten Dächer waren immer wieder dafür verantwortlich das Brandwolken über Herschbach standen. zum ersten Mal wird im Jahre 1518 von einem großen Brand berichtet. Stadtmauern, Tore und Pforten wurden ein Jahr später wieder repariert. Im Jahre 1707 brannte der Ort bis auf Burg, Kirche Pfarrhaus und 9 Privathäuser vollkommen aus. Über den großen Brand von 1795 schreibt die Schulchronik:

 In den Wirren der Koalitionskriege walten ungarische Soldaten am 14. Februar abends um 20.00 Uhr in Herschbach. In der Scheune des Geschichtsschreibers Löhr suchten die Soldaten nach Fourage (=Lebensmittel) und entfachten beim Hantieren mit offenem Feuer einen verheerenden Brand. Am nächsten Morgen zählte man 97 Gebäude in ihrer Asche liegen. Groß war die Not und das Elend der Verunglückten. Bei dem starken Nordostwind und der reißenden Geschwindigkeit, mit der das Feuer um sich griff, konnte nur sehr wenig gerettet werden.

Die gestiegene Not wurde aber bald zur drückendsten Armut, da die in der Brandversicherungsanstalt wohl assekuriert gewesenen Gebäude wegen des Krieges nicht ersetzt wurden. Die meisten Gebäude wurden zwar bald durch Neubauten ersetzt, wälzten aber die die drückendsten Schuldenlasten auf die Verunglückten. Nach diesem Brand wurden Stadtmauern zusammen mit Türmen und Pforten niedergelegt, um die gewonnen Räumlichkeiten zu Bauplätzen benutzt. Durch die neu aufgerichteten Gebäude erhielt Herschbach gerade und regelmäßig angelegte Straßen, die es früher nicht kannte. Wälle, Gräben und Weiher wurden zugeschüttet und der Ort über die damalige Stadtmauer hinaus vergrößert. Ca. 60 Wohnhäuser wurden außerhalb der ehemaligen Stadtmauer neu angelegt. Zu dieser Zeit erhielt jeder Bürger Herschbachs 50 Taler aus der Gemeindekasse unter der Bedingung ausgezahlt, dass die Dächer der Wohnhäuser mit Schiefern oder Ziegeln, anstatt mit Stroh gedeckt wurden.
Am 20. Oktober 1899 brannte die hintere Reihe der Scheunen, 18 an der Zahl, nieder.
Am Abend des 2. November 1865 gegen 7.00 Uhr brannten innerhalb einer Stunde 8 Scheunen und ein Stall total ab. Nichts an Futter oder Frucht konnte gerettet werden.
Am 26. Februar 1883 abends 20.00 Uhr in dem vom Marktplatz und dem südlich gelegenen Holzbach begrenzten Teil der Kirchgasse Feuer aus, dem 8 Scheunen zum Opfer fielen.

Auszug aus dem „Nassauer Boten“ vom 6.2.1931

„Ein Großfeuer erfasste am Donnerstag früh einen Komplex von neun aneinandergebauten Scheunen, die bis auf die Grundmauern vernichtet und in einen wüsten Trümmerhaufen verwandelt wurden. Die aus Heu und Stroh bestehenden Erntevorräte, eine Mähmaschine, mehrere Wagen und Geräte und eine Anzahl Hühner verbrannten. 21 Stück Großvieh konnten rechtzeitig aus den, in die Scheunen eingebauten Ställe, herausgeführt werden. Der Schaden betrug etwa 20.000 Mark; die Gebäude waren im ganzen nur gering versichert, mit Vorräten nur drei. Die vom Amtsgericht Selters und der Staatsanwaltschaft Neuwied aufgenommenen Ermittlungen nach der Brandursache haben noch kein positives Ergebnis gebracht. Das Feuer muss kurz vor 5 Uhr früh im Dachstuhl einer Scheune entstanden sein und breitete sich, von dem Heu und Stroh und Fachwerk des Daches gut genährt, innerhalb von 10 Minuten nach beiden Seiten hin über die Dächer auf den ganzen Komplex aus, der in etwa 50 Meter Entfernung hinter der Häuserreihe der Hauptstraße liegt. Die Feuerwehr wurde von einem Viehhändler alarmiert, der beim Aufstehen den Feuerschein bemerkte, als bereits zwei Dächer in Flammen standen. Neben der Herschbacher Wehr eilten die Feuerwehren aus Rückeroth, Freirachdorf, Mündersbach, Hartenfels und Schenkelberg an die Brandstätte und später griffen noch die Wehren von Montabaur und Selters mit ihren Motorspritzen ein. Durch den Funkenflug des mächtigen Feuermeeres das aus den neun Dächern prasselte und weithin die Gegend taghell erleuchtete, waren die Wohnhäuser der Scheunenbesitzer stark gefährdet. Fast sämtlicher Fensterscheiben zersprangen in Folge der Glut und der Kit an den Rahmen schmolz. Hinter einer zersprungenen Scheibe fing eine Gardine Feuer, und auch das Dach eines Wohnhauses entzündete sich. In beiden Fällen konnten aber die Flammen im Keim erstickt werden. um 9.00 Uhr war die Gefahr von den Wohnhäusern abgewandt. Der angestrengten Arbeit der Feuerwehr kam dabei zu Hilfe, dass auf den Dächern Schnee lag und ziemliche Windstille herrschte. Gegen Mittag konnten die meisten auswärtigen Wehren wieder abrücken. Eine starke Brandwache blieb zurück und war noch am Abend mit dem ablöschen des Brandherdes beschäftigt. Herschbach ist ohne elektrisches Licht, da auch die Leitungen der Überlandzentrale zerstört wurden, ein Dachständer an einer der Scheunen verbrannte mit.
Über die Brandursachen fanden stundenlange Vernehmungen statt.


IV.    1.) Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Herschbach

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Herschbach erfolgte am 6.3.1893 im Saale des Hotels Heep. Aus dieser Zeit ist uns ein Ausriss aus dem Nassauer Boten vom 3.8.1893 erhalten geblieben.

 

 

2. Gründer der Freiwilligen Feuerwehr Herschbach

1.)    Hörle, Joh. Nikolaus * 01.02.1865 Gastwirt Commandant
2.)    Görg, Joh. Nikolaus * 14.12.1860 Landwirt Commandant Stellv.
3.)    Jung, Joseph * 26.11.1866 Schieferdecker Steigerabteilung Führer
4.)    Maßfeller, Bernhard * 14.04.1864 Steigerabteilung Stellv.
5.)    Morgenschweiß, Georg Musiker Rettungsabteilung Stellv.
6.)    Michels, Bernhard * 15.11.1863 Schmiedemeister Spritzenzeugwart
7.)    Brach, Andreas * 06.03.1863 Anstreichermeister Kassierer, Schriftführer
8.)    Schenkelberg, Joseph * 01.06.1863 Briefbote Spritzenabteilung Führer
9.)    Krah, Christian Landwirt Spritzenabteilung Stellv.
10.)    Zeitz, Jacob Händler Spritzenabteilung
11.)    Bechtel, Franz * 06.03.1863 Rohrmeister Steigerabteilung
12.)    Morgenschweiß Johann Maurer Spritzenabteilung
13.)    Morgenschweiß, Joseph * 08.10.1863 Maurer Spritzenabteilung
14.)    Michels, Johann Wagnermeister Spritzenabteilung
15.)    Hörle, Christian * 17.11.1868 Zimmermann Steigerabteilung
16.)    Hörle, Johann * 14.02.1874 Zimmermann Steigerabteilung
17.)    Weingarten, Christian * 04.09.1869 Landwirt Spritzenabteilung
18.)    Weingarten, Peter-Clemens * 23.11.1870 Landwirt Steigerabteilung
19.)    Eberz III Nikolaus * 05.12.1866 Landwirt Spritzenabteilung
20.)    Eberz II Nikolaus Landwirt Spritzenabteilung
21.)    Witzel, Bernhard * 07.08.1867 Pflasterer Steigerabteilung
22.)    Eberz II Joseph Landwirt Spritzenabteilung
23.)    Krah, Anton * 08.10.1864 Schuhmacher Steigerabteilung
24.)    Antweiler, Johann * 12.03.1869 Wagnermeister Steigerabteilung
25.)    Stein, Franz Landwirt Steigerabteilung
26.)    Stein, Anton Landwirt Spritzenabteilung
27.)    Kern, Christian * 16.04.1872 Landwirt Spritzenabteilung
28.)    Krah, Johann Landwirt Spritzenabteilung
29.)    Eberz II Anton * 15.06.1868 Landwirt Steigerabteilung
30.)    Eberz I Joseph Landwirt Steigerabteilung
31.)    Schlemmer, August * 31.03.1857 Landwirt Steigerabteilung
32.)    Hecker, Johann * 03.09.1862 Landwirt Spritzenabteilung
33.)    Grebe, Christian * 26.04.1870 Schreinermeister Spritzenabteilung


3.) Commandanten und Wehrführer

1893 – 1900       

Hörle, Johann Nickolaus Commandant
 Görg, Johann Nickolaus Stellv. Commandant

1900 – 1906       

Hörle, Christian Commandant
Görg, Johann Nickolaus Stellv. Commandant

1906 – 1907       

Maßfeller, Bernhard Commandant
Görg, Johann Nickolaus Stellv. Commandant

1907 – 1910       

Eberz, Bernhard Commandant
Görg, Johann Nickolaus Stellv. Commandant

1910 – 1921       

Kern, Peter Commandant

1921 – 1935       

Reifenberg, Johann Commandant
Hörle, Christian Stellv. Commandant

1935 – 1945       

Maßfeller, Johann Commandant
Hörle, Christian Stellv. Commandant

1945 – 1955       

Reifenberg, August Wehrführer
Hörle, Johann Stellv. Wehrführer

1955 – 1965       

Hörle, Johann Wehrführer
Bienewald, Georg Stellv. Wehrführer

1965 – 1985       

Reifenberg, Norbert Wehrführer
Reifenberg, Georg Stellv. Wehrführer

1985 – 1987       

Stein, Eberhard Wehrführer
Reifenberg, Georg Stellv. Wehrführer
Meckel, Manfred 1. Vorsitzender

1987 – 1998       

Antweiler, Bernhard Wehrführer
Behrmann, Jens Stellv. Wehrführer

1998 – heute       

Behrmann, Jens Wehrführer
Reifenberg, Christof Stellv. Wehrführer


5.) Die Freiwillige Feuerwehr Herschbach von 1893 – 1945

Leider sind uns aus der Zeit von 1893 – 1945 alle Unterlagen in den Wirren der Weltkriege verlorengegangen oder vernichtet worden. Eine Hochdruckhandspritze hat die Wehr 1893 von der Pflichtfeuerwehr übernommen. Diese Feuerspritze war bis zum Kauf der ersten Motorspritze bis ca. 1925 in Betrieb. Am 25.10.1896 wurde bei dem Wagner Johann Antweiler ein Schlauchwagen zum Preis für Holz, Arbeitslohn und Schmiedearbeiten für 60 Goldmark bestellt. Zeichnung und Angebot sind uns erhalten geblieben. Etwa im Jahre 1925 konnte die erste Motorspritze, eine TS 400, in Dienst gestellt werden. 1920 wurde eine fahrbare Ausziehleiter von 12m Steighöhe angeschafft. Diese Leiter war im Dienst bis 1970, ehe sie aus technischen Gründen  ausgemustert wurde. 1935 wurde eine
TS 8/8 angeschafft. Diese Motorspritze hatte einen Zweizylinder Zweitaktmotor von DKW und eine Leistung von 800l/min. Diese Motorspritze versah ihren Dienst bis 1954 als sie beim großen Waldbrand im Distrikt Fürstentreiben ihren Geist aufgab. 1902 wurde in Herschbach eine Hochdruckwasserleitung verlegt, und es konnte Löschwasser aus Hydranten überall entnommen werden. Zur Löschwasserversorgung hatte man in den Mühlenbach und in den Mühlenweiher Schieber eingebaut, von denen im Brandfall die Kanalisation geflutet wurde um Löschwasser zu pumpen.


6.) Die Freiwillige Feuerwehr Herschbach von 1945 – 1993

Nach dem 2. Weltkrieg fing das Vereinsleben der Feuerwehr recht zögerlich an. Zunächst wurde der Kameradschaftsabend am Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar wieder ins Leben gerufen. Am 18. Juni 1950 wurde der erste Ausflug gemacht.
Am 13.3.1951 konnte die Wehr laut Verfügung des Herrn Landrat von 19 auf 28 Mitglieder erhöht werden. Damit konnte ein dritter Löschzug aufgestellt werden.
Vom 25. – 27. Juli 1953 feierte die Feuerwehr ihr 60-jähriges Vereinsjubiläum. 1955 konnte die Herschbacher Wehr eine neue TS 8/8 Motorspritze in Dienst stellen. Die Motorspritze von Magirus Deutz hatte einen VW-Industriemotor mit einer Leistung von 800l/min.
Am 4.5.1957 wurde beschlossen, dass die Übungen nicht mehr sonntags morgens um 6:00 Uhr, sondern samstags abends um 17:00 Uhr abgehalten wurden.
Im Jahre 1959 begann die Motorisierung der Feuerwehr Herschbach mit der Anschaffung eines TSF von VW. Auch wurde in diesem Jahr eine neue Sirene angeschafft.
1961 übernahm die Feuerwehr das kreiseigene LF 16 von der Feuerwehr Montabaur. Dieses hochbetagte Fahrzeug („Blumen pflücken während der Fahrt verboten“) aus dem Jahre 1943 leistete der Wehr gute Dienste. Das liebevoll „Hektor“ genannte Fahrzeug wurde bei vielen Bränden eingesetzt. 
1964 wurden neue Uniformen für Feuerwehr, Musikverein und Spielmannszug angeschafft.
Vom 27.-29.6.1964 feierte die Feuerwehr ihr 70-jähriges Stiftungsfest.
Am 30.5.1965 konnte die Feuerwehr ihr neues Tanklöschfahrzeug TLF 16 vom TYP Magirus Deutz in Dienst stellen. Das Fahrzeug war mit allen Geräten vollkommen neu bestückt.
1968 feierte die Feuerwehr ihr 75-jähriges Bestehen. Bei der großen Löschgeräteschau wurde das erste Amphibien-Löschfahrzeug der Welt vorgestellt. Außerdem wurden die größte Drehleiter Europas und die erste Gasturbinenmotorspritze gezeigt.
Bei der Jahreshauptversammlung am 11.4.1970 wurde erstmals über den Neubau eines Gerätehauses gesprochen. Die Freiwillige Feuerwehr verpflichtete sich, das Gerätehaus in Eigenleistung zu bauen. Material wurde von der Gemeinde Herschbach gestellt.
1972 wurde ein neues Löschfahrzeug LF 16 / Korea in Dienst gestellt. Das Fahrzeug kostete
72.000 DM und wurde zu 50% vom Land Rheinland-Pfalz bezuschusst. 36.000 DM musste die Feuerwehr Herschbach selbst aufbringen. Sie übernahm dafür für 6 Jahre die Ausrichtung der Kirmes.
Am 14.4.1973 konnte das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht werden. Außerdem wurde das neue LF 16 eingeweiht.
Bei der Generalversammlung am 5.5.1973 wurde beschlossen, aus dem Mehrerlös der Kirmes 1972/1973 folgende Geräte und Ausrüstungsgegenstände zu beschaffen:
1.    neue Dienstuniformen
2.    ein 3-Tonnen-Greifzug
3.    eine Motorsäge mit Anbautrennschleifer
In der Jahreshauptversammlung vom 9.10.1976 wurde beschlossen 35 neue Uniformen anzuschaffen.
Am 23.4.1977 wurde das neue Tragkraftspritzenfahrzeug TSF auf Ford Transit eingeweiht. Das alte Fahrzeug aus dem Jahre 1958 wurde verschrotet.
1985 wurde zusammen mit dem DRK-Ortsverein eine Rettungsschere für 10.000 DM beschafft. Außerdem wurde von der Feuerwehr Herschbach ein Mannschaftstransportwagen angeschafft und in Eigenleistung zu einem Vorrausrüstwagen umgebaut. Für dieses Fahrzeug wurden von der Feuerwehr 31.000 DM aufgebracht.
der 15.3.1986 war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr. Von der Verbandsgemeinde wurde zugesagt, die oberen Räume im Gerätehaus, die bisher als Gymnastikräume benutzt wurden, in Zukunft zu übernehmen. So konnte ein großer Aufenthaltsraum mit Teeküche, ein Schulungsraum, zwei Lagerräume und Toiletten in Eigenleistung der Feuerwehr hergerichtet werden. Am 30.6.1990 war es endlich soweit, und die Räume konnten mit einer Feier eingeweiht werden.
Am 16.8.1991 stellte die Feuerwehr Herschbach ein neues TLF 16/25 mit kompletter Ausrüstung in Dienst. Das alte TLF 16 aus dem Jahre 1965 ging als Geschenk an die Freiwillige Feuerwehr Oberweißbach in Thüringen in der ehemaligen DDR.


Chronik bis 1993
Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Herschbach bis 1993
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